THROUGH THE GLASS
Die Lust in mir
Die Geschichte „Through the glass – Die Lust in mir“ von Ava Mitch hat am EIS Schreibwettbewerb 2025 zu den Themen Dark Romance und Romantasy teilgenommen. Wir freuen uns darauf, die Geschichte endlich mit der Community teilen zu können!
Kapitel 1
Am Tag meiner Ankunft in Eirendale trieb ein gnadenloser Wind über die kleine Stadt an Cornwalls rauer Westküste in Süd England. Er zerrte an meinem Mantel, peitschte Regen gegen die alten Schieferdächer und ließ Fensterläden klappern, nur um mir Angst einzujagen. Das Meer wütete jenseits der Klippen – aufgewühlt, schwarz und endlos – als wolle es das Land verschlingen, und mit ihm auch das Haus, das mir hinterlassen worden war.
Meine Tante Margret hatte das Anwesen nach dem Tod meines Großvaters übernommen, und nachdem das Schicksal auch sie auf eine leise, unbarmherzige Weise heimgesucht hatte, stand es nun mir zu. Ein Erbe, von dem ich kaum etwas wusste, außer, dass niemand aus unserer Familie jemals lange hiergeblieben war.
Man erzählte sich, dass über dem Haus ein Fluch liege. Dass nachts Lichter die Finsternis erhellten und Stimmen im Wind sangen. Niemand sprach offen darüber was dort geschah – doch je des Mal, wenn ich den Namen des Anwesens erwähnte, senkten die Menschen in der Stadt den Blick und verstummten.
Als ich aufblickte, stach mir der Regen wie feine Nadeln ins Gesicht. Trotzdem konnte ich den Blick nicht abwenden. Hoch über den Klippen thronte das viktorianische Herrenhaus, das dem Zorn des Ozeans bereits seit Jahrhunderten trotzte. Seine Mauern trugen die Spuren unzähliger Stürme, doch es hatte etwas Erhabenes an sich, das mich sprachlos machte. Majestätisch und schön in seiner Melancholie. Efeuranken kletterten an den Fassa den entlang, umschlangen Balkone und Dachgiebel wie grüne Adern, die das Haus am Leben hielten. Zwischen ihnen glitzerten Bleiglasfenster, in dessen Mustern das Licht brach – wie gebrochene Sterne in einem endlosen Grau.
Je näher ich kam, desto deutlicher spürte ich etwas kaum Greifbares, dass meinen Körper für sich beanspruchte. Eine Stille zwischen den Windstößen, und eine Einsamkeit, die fast lebendig wirkte. Es war, als würde das Haus atmen. Als würde es mich ansehen. Und in diesem Moment hatte ich eine seltsame Vorahnung, dass darin etwas auf mich warten könnte. Keine Bedrohung, wie man sie von Schauergeschichten kennt, sondern eine Seele. Eine, die in all den Jahren vergessen worden war. Eine, die nur darauf hoffte, endlich gefunden und geliebt zu werden.
Jedes Zimmer schien eine Geschichte zu haben, und jedes erzählte sie auf seine Weise: das eine durch den Duft vergilbter Tapeten und dem zarten Nachhall von Flieder. Das andere durch das leise Tropfen aus einem Rohr, das selbst nach Tagen nicht zu finden war. In der Bibliothek roch es nach alten Büchern, Staub und Holzpolitur. Im Salon nach kalter Asche und verlorener Zeit. Überall lag ein Hauch Vergangenheit, als hätte das Haus sein Herz noch nicht ganz aufgegeben.
Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, war es die reinste Bruchbude. Der Putz blätterte von den Wänden, Spinnenweben hingen von den Kronleuchtern wie lange Finger, und in den Nächten kroch der Wind durch jede Ritze, die sich ihm in den Weg stellte. So romantisch es auch wirkte – ich konnte der Tatsache nicht entkommen, dass ich praktisch in einem müden Relikt vergangener Schönheit wohnte.
Kapitel 2
Ich verbrachte Wochen damit, das Haus wiederzubeleben, ihm neuen Atem einzuhauchen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es sich gegen all das wehrte, was ich ihm antat. Als würde jeder Hammerschlag, jeder Pinselstrich eine Wunde aufreißen, die es lieber verborgen gehalten hätte. Das Holz ächzte unter meinen Händen, der Boden stöhnte, als habe er Schmerzen – und dennoch machte ich weiter. Ich hatte beschlossen, die Wahrheit frei zulegen, Schicht für Schicht, bis die wahre Essenz dieses Hauses zum Vorschein kommen würde.
Ich richtete mir das Schlafzimmer im Erdgeschoss ein. Es war nämlich das einzige Zimmer, in dem kein Wind durch die Wände pfiff und mich ruhelos machte. Und die anderen Räume warteten geduldig, als wüssten sie, dass ich sie früher oder später auch berühren würde.
Eines Tages fand ich den Dachboden. Die Luke klemmte, als wollte sie mich davon abhalten, hinaufzugehen. Erst beim dritten Versuch gab das Holz nach und öffnete sich. Eine Wolke aus Staub stieg auf und tanzte im schmalen Lichtkegel meiner Taschenlampe – wie ein kleiner Geister, der aus ihrem Schlaf gerissen wurde.
Der trockene, modrige Geruch traf mich sofort. Es war, als hätte ich eine Zeitkapsel geöffnet – ein verstaubtes Antiquariat, in dem Erinnerungen langsam zu Staub geworden waren. Zwischen alten Koffern, einem Spinnrad und unzähligen Kisten stand ein gewölbter Spiegel. Groß, fast so hoch wie ich selbst, mit einem Rahmen aus dunklem Silber, verziert mit feinen Gravuren – Dornen, Blätter und winzige Blüten. Das Glas war an den Rändern blind, aber in der Mitte klar genug, um mein eigenes Gesicht darin zu einzufangen.
Als ich hineinsah, nahm ich mich wahr, und doch… irgendwie nicht ganz. Irgendetwas an meiner Reflexion war fremd, doch ich konnte nicht sagen, was es war.
Ich trat näher, langsam, fast gegen meinen Willen. Ein Frösteln lief mir über den Rücken. Und als ich meine Finger auf die Oberfläche legte, schien sich die Luft zu verdichten. Für einen Moment glaubte ich, ein nachgeben zu fühlen, als würde sie fließen. Ruckartig, als hätte ich mich daran verbrannt, zog ich die Hand zurück – mein Herz sprang schmerzhaft gegen die Rippen.
In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen. Der Regen lief in schmalen Bahnen die Fensterscheiben hinab, und jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich ihn vor mir – den silbernen Rahmen, das schimmernde Glas.
Je stiller es im Haus wurde, desto lauter wurde dieses Gefühl, als würde mich jemand beobachten. Verborgen, aber nah – wie eine Bewegung in der Luft. Und dann kam das Wispern. Zuerst so leise, dass ich dachte, der Wind spiele mir einen Streich. Dann hörte ich aber meinen Namen, klar, fast zärtlich: »Violet… komm zu mir. Ich brauche ich.«
Schlagartig richtete ich mich auf, mein Puls schlug mir in der Kehle. Das Zimmer war leer, doch das Gefühl blieb. Jemand hatte den Raum betreten – ich spürte eine Präsenz. Etwas zog an mir, sachte, verführerisch, wie unsichtbare Finger, die nach meiner Haut tasteten. Ich wusste nicht, ob es Angst war oder Verlangen, was mir den Atem raubte. Vielleicht beides.
Kapitel 3
Am nächsten Morgen rief ich meinen Cousin, Collin, an. Er half mir, den schweren Spiegel die knarrende Treppe hinunterzutragen und ihn an die leere Wand meines Schlafzimmers zu stellen – gegenüber vom Kamin. Dorthin, wo das warme Licht der Nachmittagssonne ihn traf und ihn in einem fahlen, silbernen Schimmer erstrahlen ließ.
»Er gehört hierher«, flüstere ich und strich über den Rahmen, der sich unter meiner Berührung seltsam vertraut anfühlte. Tagsüber zeigte er nur mich: blasse Haut, müde Augen, Farbspritzer auf meinen rosa Wangen.
Doch nachts, im Schein der Kerzen, veränderte sich etwas. Die Dunkelheit im Glas wirkte tiefer als der Raum selbst – fast wie ein Tor, das in eine andere Welt führte. Manchmal glaubte ich, darin eine Bewegung zu erkennen. Einen Schatten, der anders war als meiner.
Irgendwann bemerkte ich, dass der Spiegel beschlug, sobald ich mich ihm näherte. Ich atmete aus und sah, wie sich auf der anderen Seite ein zweiter Dunst bildete.
Zwei Atemzüge.
Meiner, und… seiner.
Erschrocken, und doch unbegreiflich angezogen, starrte ich ihn an, bis die Kerzen niederbrannten und nur noch der Schein der Glut meine intimsten Stellen berührte.
Die Tage vergingen und es wurde nicht nur kälter, sondern auch einsamer. Der Wind rüttelte unermüdlich an den Fensterläden, und nachts schien es, als dränge das Meer durch die Mauern, um mich in meinen Träumen zu erreichen. Als ich im Bett lag, wandte ich meinen Kopf zur Seite und sagte halblaut in den Raum hinein: »Bitte sprich mit mir. Zeig mir, dass du da bist, und ich mir das alles nicht nur einbilde.«
Das Einzige, was antwortete, war der Wind.
Doch ich glaubte, darin eine tiefe Stimme zu hören. Leise. Kaum mehr als ein flüchtiger Gedanke. So, als würde jemand durch Wasser flüstern. »Berühre mich, Violet.«
Ich sog scharf die Luft ein. Hitze breitete sich in mir aus, und gleichzeitig lief es mir eiskalt den Rücken runter. Es war, als hätten die Worte ein Feuer in meiner Brust entzündet, das mit jedem Atemzug wuchs. Meine Finger zitterten, aber nicht vor Furcht. Es war Lust. Etwas in mir wollte gehorchen – diesem Befehl nach kommen, also stand ich auf, barfuß auf dem kalten Boden, und trat näher. Ein feines Prickeln legte sich auf meine Haut, wanderte die Arme hinauf, in den Nacken, über meine Lippen.
Ich hätte schwören können, dass mich jemand berührte. Und in dieser Sekunde wusste ich: Wenn ich jetzt das Glas berühre, wird nichts mehr sein wie zuvor.
Nacht für Nacht begann ich mit ihm zu reden. Erst zögerlich, dann mich wachsender Verbundenheit. Es war bescheuert, das wusste ich. Aber das Haus war so still, und ich war so einsam, dass meine Stimmte von den Wänden zurückhallte, als hätte sie sich nach Gesellschaft gesehnt.
Ich erzählte ihm, dass ich mich oft leer fühlte. Dass Berührungen in meinem Leben selten geworden waren. Und Nähe, nur eine Erinnerung war, die langsam verblasste. Natürlich antwortete er nicht, aber manchmal, wenn ich sprach, sah ich eine Bewegung, als würde er auf mich reagieren.
Kapitel 4
Eines Nachts, als ich vor ihm kniete, flackerte das Licht des Kamins, und im Widerschein sah ich etwas Neues. Ich sah ihn. Eine Silhouette hinter mir.
Mir stockte der Atem, und ich war bereit zu schreien, doch ich blieb stumm. Stattdessen wirbelte ich herum, aber der Raum war leer. Als ich wieder zurücksah, stand er dort, jenseits des Glases, und sah mich an. Ein Mann. Seine Gestalt war menschlich, und doch zu vollkommen, um wirklich Mensch zu sein.
Seine Haut war blass, wie Mondlicht, spannte sich über hohe Wangenknochen und einen wohlgeformten Mund, der zugleich grausam und schön wirkte. Sein Haar fiel ihm dunkel über die Stirn, glänzte im Schein des Feuers. Und seine Augen – schwarz, unendlich, durchzogen von feinen, silbrigen Linien. Wie die Oberfläche des Ozeans kurz vor einem Sturm. Ich hatte das Gefühl, als könnte ich in ihnen versinken, wenn ich nur lange genug hineinsah. Er war kein Traum – er war das, was zwischen den Welten lebte. Nicht Mensch, nicht Geist.
Wie Dunkelheit, die zu Fleisch geworden war.
Ich wusste, ich sollte mich fürchten. Aber das tat ich nicht. Denn alles an ihm: die Ruhe, die Finsternis, die Schönheit – war so erschreckend vertraut. Als wäre er die Verkörperung all dessen, was ich je heimlich begehrt hatte.
Langsam hob er die Hand. Ich hob meine.
Unsere Finger trafen sich auf dem kalten Glas, und plötzlich wurde es warm. Ein Kribbeln lief meine Arme hinauf, heiß und elektrisierend. Ich presste die Hand fester dagegen, der Spiegel vibrierte stärker, sodass sich die Oberfläche wölbte. Er sah mich an, ein Lächeln umspielte seine Lippen, und dann sah ich sie – die Andeutung seiner Fangzähne. Ein Laut entwich meiner Kehle, doch ich wich nicht zurück. Im Abbild sah ich, wie er sie an meine Kehle sinken ließ – nicht wirklich, nur wie ein Hauch. Oh Gott, dachte ich. Wie sehr verzerrte es mich, zu spüren, wie er sie in meine weiche Haut stechen würde.
Ein Schmerz, der nach mehr verlangte.
In jener Nacht erfuhr ich, wer er war. Zwischen unseren Atemzügen flüsterte er mir seinen Namen zu – und jedes Mal, wenn ich ihn hörte, klang er wie ein Gebet. Lucien.
Ein Dämon, geboren aus Begierde, genährt von menschlicher Lust. Er versprach mir Erlösung und tiefgreifende Befriedigung. »Zeig mir, wie sehr du dich selbst liebst, Violet«, befahl er. Mit geröteten Wangen sah ich in an und verstand nicht, was er von mir verlangte. »Was meinst du Lucien?«
»Berühre dich da, wo du es am meisten brauchst. Ich will dir dabei zusehen. Ich weiß, du willst es – ich kann es deinen Gedanken entnehmen. Ich spüre, wie sehr du dich danach verzehrst.«
Ich japste, fühlte mich ertappt, und schlagartig pulsierte es wie wild zwischen meinen Beinen. Als hätte er dafür gesorgt. In seinem Gesicht lag pures Begehren. Unverblümt und echt. Etwas, das mich völlig um den Verstand brachte, nur weil ich es ansah. Also nahm ich meinen Mut zusammen, nickte, und fuhr mir mit der Hand in mein Höschen.
Ich spreizte meine Schamlippen mit meinem Finger und ein Keuchen entwich mir, als ich auf meine Feuchte traf. Ich war so bereit – für ihn. Mein Kopf fiel in den Nacken, als ich an mir rieb und mir Luciens Gesicht für immer einprägte. Er war perfekt. Für mich. Ich presste meine Hand gegen die Scheibe, machte es mir selbst, und als ich dann genussvoll an meinen nassen Fingern kam, war er verschwunden. Und ich blieb zurück. Atemlos und allein.
Kapitel 5
Am nächsten Morgen fand ich einen Abdruck auf der Oberfläche des Spiegels – fünf Finger. Größer als meine. Der Wunsch, von diesen Fingern berührt zu werden, wuchs in mir, wie ein wunderschöner Garten. Und er wurde mit jeder Nacht, mit jedem intimen Spiel zwischen Lucien und mir, immer prächtiger. Lucien sah mir dabei zu, wie ich aufblühte. Bis es mir nicht mehr genügte, einfach nur von ihm angesehen zu werden. Ich wollte von ihm berührt werden. Ich wollte ihn spüren.
Es war Herbst, Ende Oktober, und ein gewaltiger Sturm zog auf. Dicke Wolken türmten sich über der unruhigen See und der Wind heulte durch jeden Winkel meines Hauses. Wegen der Renovierungsarbeiten breitete sich ein süßer Schmerz in meinem Körper aus, der meine Glieder ganz schlaff und träge machte. Dieser Muskelkater brannte in einer Form, die ich so noch nie gespürt habe – es fühlte sich nach harter Arbeit an, die unbedingt belohnt werden musste. Daher machte ich es mir wie immer vor dem Kamin gemütlich, trank Wein und las ein Buch.
Das Feuer knisterte, warf zitternde Schatten über die Wände, und plötzlich hörte ich einen klaren, hellen Ton. Ein Klopfen. Mein Blick wanderte wie von selbst zum silbernen Rahmen am anderen Ende des Zimmers.
Dann kam ich näher und sagte schon beinahe enttäuscht: »Lucien, warum bist du wieder hier, wenn du mich nicht berühren kannst? Ich sehne mich nach dir.«
Er sagte nichts. Und sah mich mit Bedauern an.
Ich hob die Hand, berührte die Scheibe. Aber plötzlich berührte ich auch ihn. Mein Herz überschlug sich.
Und dann, ganz leise, mit einer Stimme, die meine Sinne bei nahe zum Bersten brachte: »Du hast mich gerufen, Violet. Nur deinetwegen bin ich hier.«
Ich verstand es nicht, denn seine Anwesenheit glich einer Folter. Ihn zu sehen, aber nicht zu spüren, war eine der größten Qualen, auf die ich mich eingelassen hatte.
»Befriedige mich… bitte. Berühre mich«, flehte ich. Sein edles Antlitz sorgte dafür, dass sich meine Mitte schmerzhaft und voller Sehnsucht zusammenzog.
»Endlich«, antwortete er. »Ich habe nur auf diese Worte gewartet, aber sie mussten von dir kommen.« Der Wind heulte auf, sodass der Kamin aufflackerte, und das Haus in seinen Grund mauern erzitterte. Ich konnte mich zwar nicht bewegen, aber alles in mir erwachte zum Leben.
Dann leuchtete es golden von innen heraus. Eine Welle aus Licht und Schatten ergoss sich über den Boden und zog sich in feinen Linien zu meinen Füßen. Ich trat zurück, und er trat endlich hinaus. Mit ihm kam ein Geruch, den ich nie zuvor wahrgenommen hatte. Ozon. Das, was in der Luft bleibt, wenn der Blitz das Meer berührt. Der Raum war mit einem Mal kleiner, das Licht gedämpfter und die Luft knisterte, als sei sie elektrisch geladen. Lucien stand vor mir, und ich hatte plötzlich Sorge ihn anzufassen, aus Angst er würde zerbrechen. So schön. Beängstigend zugleich. Als er mich ansah, schien es so, als würde er mich schon mein Leben lang kennen. Sein Blick brannte nicht, er glühte.
Mein Verstand wusste, dass es verrückt war, und ich tat es trotzdem. Ich wusste, was als Nächstes geschehen würde. Ich wusste es, weil ich es wollte. Also trat ich näher, ließ meine Finger über seine perfekte Brust gleiten und verharrte anschließend an seinem Hals. »Bleib«, flüsterte ich. »Nur für diese Nacht.«
Statt einer Antwort, gab er mir Zärtlichkeit. Wie ein Hauch gegen meine Haut, während sich der Sturm draußen überschlug. Lucien küsste mich in meiner Halsbeuge und ich spürte, seine spitzen Zähne. Er hinterließ feuchte Spuren an meinem Kinn, bis er auf meine Lippen traf. Zwischen den Küssen gestand er mir, wie schön ich war, wie sehr er mich wollte. Er habe bereits die Tage gezählt, bis ich endlich kommen und mich ihm hingeben würde. Dieser Moment sollte auf Ewig in unserer Erinnerung bleiben, also zögerte ich ihn hinaus und spielte mit der Lust.
Ich zog mich langsam aus, bewegte meine Hüften. Nur für ihn. Dabei sah ich ihm tief in die Augen und erkannte, wie Flammen darin tanzten. Es machte ihn an und er konnte nicht leugnen, wie angetörnt er war. Er zog die Luft scharf ein und biss sich auf die Unterlippe. »Du bist so verdammt heiß und ich würde alles dafür tun, nur um in dich einzudringen und dich von innen auszufüllen. So, wie du es dir immer gewünscht hast.«
Seine Worte brannten in meinem Bauch und während ich meinen BH abstreifte, spürte ich wie hart meine Nippel wurden. Die Vorstellung, wie er sie berühren und daran saugen würde, brachte mich um den Verstand. Doch ich sagte ihm, dass er wegbleiben soll – er dürfe mich nur ansehen. Dabei fiel es mir selbst schwer von seinem harten, pulsierenden Schwanz fernzubleiben.
Ich setzte mich auf den Teppichboden, lehnte mich gegen die aufgetürmten Kissen in meinem Rücken und spreizte einladend die Beine. Seine Augen wurden groß vor Verlangen, als ich ihm meine nackte, feuchte Mitte offenbarte. Mit zwei Fingern rieb ich mir durch die Feuchtigkeit. Auf und ab. Ließ einen Finger in mich hineingleiten und umspielte daraufhin erneut meine Klitoris. Mit der anderen Hand knetete ich meine Brüste, ein Stöhnen entfuhr mir und mein Rücken wölbte sich ins Hohlkreuz.
Ich sah durch meine langen Wimpern, wie Luciens Kehlkopf hüpfte – er kämpfte mit sich. Dann umfasste er seinen Schaft und rieb ebenfalls an sich, sorgte dafür, dass er noch größer wurde. Nur für mich. An seiner Spitze bildete sich ein glänzender Tropfen, der nur darauf wartete, von mir gekostet zu werden.
Ich bäumte mich auf, als ich ihn dabei beobachtete, wie er an sich spielte. Mit nur einem Ziel vor seinen Augen: Mich. Meine Finger wurden immer schneller, bis meine Klit gefährlich anschwoll. Sie wurde prall und empfindlich, während mein Saft aus mir herauslief. »Ah«, stöhnte ich. Das war der Moment, in dem ich Lucien spüren musste. Tief in mir.
Kapitel 6
Doch vorher wollte ich, dass er mich schmeckte. Also kam ich im entgegen, legte den Spiegel behutsam auf den Boden, und beugte mich darüber. Ich konnte mich in ihm sehen – so wunder schön. Geschwollen und nass. Dann setzte ich mich rittlings auf ihn und begann damit mich an Lucien zu reiben. Mit seinen großen Händen umfasste er meine Brüste, küsste meine Brustwarzen, glitt anschließend zu meinen Hüften und packte mich grob am Hintern. Seine Finger bohrten sich ein mein Fleisch, spreizten meine Backen und rieben mich noch schneller über seinen Penis. Bald würde ich vor Glück platzen.
Lucien erstickte mein aufkeimendes Stöhnen, indem er mir seine Lippen auf den Mund presste und mich leidenschaftlich küsste. Dann bemerkte ich, wie er mit seinen Fingern in mich eindrang und mich von innen massierte.
Erst ein Finger. Dann zwei.
Ich war so nass.
Es triefte aus mir. Tropfte auf ihn. Auf die glatte Scheibe des Spiegels. Wir waren miteinander verschmolzen.
Mein Verstand explodierte, als Lucien begann mich zu lecken. Ich gab seiner geschickten Zunge jeden Tropfen meiner Lust. »Du schmeckst so gut, Violet.« Ich spürte, wie seine Zunge meine Knospe verwöhnte, hinunterglitt und um meine Öffnung kreiste. Kurz darauf küsste er mich und ich schmeckte mich in seinem Mund. Mein Saft auf seiner Zunge, war das Erregendste, das ich je erleben durfte.
Wir verloren uns ineinander, und eine Explosion folgte der nächsten. Wie eine Kettenreaktion. Bevor ich ihm erlaubte, mich zu ficken, ließ ich mich auf die Knie fallen und griff nach seinem prachtvollen Schwanz. Lucien vergrub seine Finger in meinem Haar und drückte mir seinen Penis so tief in den Mund, dass ich ihn in meiner Kehle spürte.
Für einen Augenblick musste ich würgen, weil er zu viel war, aber als er sich dann vor und zurück bewegte, befriedigte ich ihn mit der Zunge. Ich leckte, saugte und verwöhnte seine Eichel, bis sie anschwoll und nur schwer aus meinem Mund zu bekommen war.
Ich nahm mir jeden Millimeter seiner Mitte vor. Leckte von seinem Damm, über seine Eier, bis ich seinen Schwanz wieder tief in mir aufnahm. So tief, dass mir beinahe die Tränen kamen.
Lucien erfüllt den gesamten Raum mit seinem Stöhnen. Als er kurz vor seinem Orgasmus stand, entzog er sich ruckartig und schlug mir seine feuchte Peitsche gegen die Wange. Ich zuckte am ganzen Körper und fiel in einen Rausch, der mich bei nahe in ein wildes Tier verwandelte. Es war wie eine süße, schmerzhafte Belohnung für meine Leistung.
»Bitte mich, dich zu ficken, Violet«, raunte er in mein Ohr. Seine Worte hinterließen einen Nebel in meinem Kopf und erregten mich noch mehr. »Fick mich, Lucien. Besorg es mir so hart, dass ich mich nie wieder vergesse.«
Wie aufs Stichwort wirbelte er mich herum, und klatschte mir mit der flachen Hand auf meinen Hintern, sodass mit Sicherheit bunte Spuren zurückbleiben würden. Ich schrie auf und genoss das Brennen auf meiner empfindlichen Haut. Dann leckte er mich von hinten, damit ich noch feuchter wurde – es fühlte sich so gut an, dass ich kurz unter ihm zusammensackte. Er nutzte meinen Moment der Schwäche, und rammte ihn in mich hinein. »Oh.«
Ein leichter Schmerz durchfuhr mein Unterleib, doch ich bekam nicht genug davon.
Unsere Hüften stießen aneinander, und es klang wie Musik in meinen Ohren. Als es härter und heftiger wurde, konnte ich nur noch tanzende Sterne vor meinen Augen sehen.
Ich stöhnte und schrie vor Ekstase.
Ich wünschte mir, dass er nie wieder damit aufhören würde. Ich wollte ihn für immer in mir spüren. So wie er mich nahm – konnte es unmöglich von dieser Welt sein. Er liebte mich so sehr, dass es keine Worte dafür gab. Dieses Gefühl, wie er sich in mir bewegte, und alles stimulierte, was sich ihm in den Weg stellte, war nicht menschlich.
Plötzlich entfachte ein Feuer. Unter mir, über mir, in mir. Ein Schwall purer Hitze kroch durch meinen Körper und sammelte sich zwischen meinen Beinen. Luciens Penis massierte die empfindlichen Stellen in mir, und er wagte nicht damit aufzuhören. Er packte mich an den Haaren, zog mich in eine aufrechte Position und besorgte es mir noch leidenschaftlicher. Seine Hand krallte sich um meinen Hals, seine Finger glitten um meine Klit, um mir alles zu geben. Und noch mehr.
Meine Pussy stand kurz vorm Explodieren. Als er dann endlich in mir kam, fand auch ich die wohltuende Erlösung. Mein Orgasmus war so heftig, dass ich zu beben begann. Es gab keine Chance aufrecht zu bleiben. Ein letzter Kuss, und ich sank völlig erschöpft zu Boden.
Als ich am darauffolgenden Morgen erwachte, war der Sturm vorbei. Die Sonne fiel matt durch die Fenster und hüllte das Haus in Harmonie. Das Feuer war erloschen, und der Spiegel lag nach wie vor neben mir. Still und kalt. Doch Lucien war nicht mehr da.
Ich richtete mich auf. Mein Körper fühlte sich fremd an. Nicht mehr erschöpft, sondern federleicht.
Ich legte die Hand auf das Glas und sah darin mein Gesicht – und zum ersten Mal seit Langem lächelte ich aus meinem tiefsten Inneren heraus. Die Spuren der vergangenen Nacht schmückten jetzt das antike Stück – meine Nässe, die Tropfen voller Lust, die ich noch auf meiner Zunge schmeckte. Sie zogen sich über die Oberfläche, und wurden zu stummen Zeugen meiner Intimität. Vielleicht war er nie da.
Vielleicht war ich es, die endlich den Mut hatte, mich so zu berühren, wie ich es mir immer erträumt habe.
Lucien war nie mehr als ein Dämon in meinem Inneren, der mich dazu brachte, mich selbst zu lieben. Der nur in meiner Fantasie existierte. Und dessen Berührungen erst durch mich magisch wurden.















