Blutschuld
Dark Romance Geschichte
Die Geschichte „Blutschuld“ von Annika Buchholz hat am EIS Schreibwettbewerb 2025 zu den Themen Dark Romance und Romantasy teilgenommen. Wir freuen uns darauf, die Geschichte endlich mit der Community teilen zu können!
Triggerwarnung: In dieser Dark Romance Geschichte wird eine Entführung beschrieben, außerdem kommen in der Story Blut und Mord vor. Zudem gibt es eine Dubcon-Szene (dubious consent steht für zweifelhafte Zustimmung), also eine Sexszene, in der nicht klar ist, ob auch ohne Machtgefälle Konsens ausgesprochen worden wäre. Wenn diese Themen nichts für Dich sind, lies lieber bei einer anderen erotischen Geschichte weiter.
Kapitel 1
Ich werde sterben. Vermutlich weil ich jetzt das Eigentum dieser Familie bin, die meinen Tod sehen will. Doch noch fühle ich mich nicht so. Nicht erlöst von den Grausamkeiten, die sie mit mir anstellen werden.
Meine Haut brennt unter den Stellen, an dem sich die Fesseln in mein Fleisch gegraben haben. Der Knebel, der mir umgelegt wurde, schmeckt fad. Durch das bisschen Wasser was ich erhalte, sind meine Lippen ausgetrocknet. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich an dem Stückchen Stoff zu saugen beginne. Als würde mir das bisschen an Speichel reichen, dass sich durch das letzte Ablegen und dem gierigen Herunterschlucken des abgestandenen Wassers, darin befindet. Meine braunen Haare kleben strähnig an meinem Gesicht. Ich brauche kein Spiegel, um zu wissen, wie ich aussehen muss. Dabei ist es mir egal. Seitdem mich die Carusos aus meinem Apartment entführt haben, ist mir mein Ausgang bewusst.
Dafür, dass mein Dad Fehler begangen hat. Fehler, die ich nicht kenne und trotzdem die Konsequenzen trage. Die Carusos sind skrupellose Mörder. Ihr Drogenkartell, dass die ganze Stadt beliefert, ist nicht ohne Grund unantastbar.
Während ich mich versuche aufzusetzen, quietscht das Metallbett, auf dem ich liege. Augenblicklich beginnt mein Kopf an zu dröhnen. Dieser ständige Drang nach Wasser raubt mir den letzten Nerv. Zwei Tage liege ich in dieser Zwangshaltung. Mal sind meine Hände vor, mal hinter meinen Körper befestigt. Wimmernd betrachte ich mein Gefängnis. Marode Holzwände. Trostlos steht das Metallbett inmitten des Raumes. Das hier ist mein Sarg.
Jegliche Möglichkeiten zu entkommen, bin ich durchgegangen. Während der Fahrt hierher, hatte ich den Duft der Pinien und den Harz der Bäume wahrgenommen. Jede Nacht dem Knacken der Äste gelauscht, während der Wind durch die Ritzen der Holzvertäfelung drückt. Ich bin verloren. Mitten im Wald, in diesem heruntergekommenen Verschlag.
Das Rütteln der Wände, als im Nebenzimmer die Eingangstür aufgerissen wird, lässt mich aufschrecken. Ich straffe meine Schultern und gebe mich selbstsicher. Um mit dem Stolz, einer Addison zu sterben.
Kapitel 2
»Das hast du nicht getan!« Die Wut, mit der ich das Gebrüll wahrnehme, lässt mich zusammenzucken. »Weshalb …?!« Nein. Bevor ich die Person sehe, weiß ich bereits, wer um mich zu kämpfen scheint. »Avery hat nichts, mit dem Ganzen zutun!«
Meine Augen füllen sich mit Tränen. Ich kann es nicht unterdrücken. Diese Stimme bohrt sich in mein Herz, als wäre ich wieder achtzehn. Die Person, die sich in den Sohn des Erzfeindes ihres Vaters verliebt. Nero. Es ist seine Stimme, die sich in mein dümmliches Herz schleicht.
Die Tür springt auf. Lässt damit die Hitze des Kaminfeuers vom Nebenraum herein. Verlockend legt sie sich über meine ausgekühlte Haut. Nero steht da. Seine dunklen Augen, liegen aufgerissen auf mir. Sinnlich ziehen sich seine Lippen zusammen.
Er ist derselbe Junge. Nur das seine nun kurzgeschorenen Haare, seine Gesichtszüge markanter wirken lassen. Seine Muskeln und das Flammentattoo an seinem Hals schenken ihm ein gefährliches Aussehen. Kein Junge. Nero ist mittlerweile zu einem Mann herangewachsen. Seine dunklen Augenbrauen liegen verengt, als müsste er den Anblick, den ich biete, erst einmal verkraften.
Cesare betritt dicht hinter seinem Bruder den Raum. Er ist es, der mich die letzte Woche über, sporadisch versorgt hat. Das ich noch am Leben bin, ist ein Wunder. Als älterer Bruder ist er mit Leib und Seele ein Caruso. Nero hingegen war schon immer eine Spur zu gut für die kriminellen Machenschaften seiner Familie.
Cesares schwarze Locken, fallen ihm in die Stirn und rahmen damit seinen zornigen Blick ein. Er ist schön, wie ein gefallener Engel.
»Was soll das werden?« Aufgebracht stürmt Nero auf mich zu. »Sie leidet.« Seine Hände legen sich behutsam um meine Wangen. Augenblicklich stört es mich, wie miserabel ich aussehe. Das Blut was durch den Schlag an meinem Hinterkopf stammt, klebt dabei noch immer an meinem Kinn. Unter Tränen lasse ich meine Augenlider zufallen. Er darf mich nicht so sehen.
Sacht befreit er mich vom Knebel. »Sie braucht Wasser.« Dabei streichelt sein Daumen tröstend über meine Wange. »Hast du Durst Avery?« Ich nicke stumm. Kein Wort will mir über die Lippen gleiten.
Bei dem Gedanken an sauberes Wasser lecke ich mir begierig über die Lippen. Dabei hätte ich aus jeder Pfütze getrunken, um den Drang nach Flüssigkeit nachzugeben.
Sobald Nero mir die Flasche an die Lippen hält, öffne ich meinen Mund. Mir ist dabei egal, dass sich ein kehliges Stöhnen aus meinem Hals befreit.
»Das reicht.« Mit einer schwungvollen Handbewegung schlägt Cesare die Flasche aus Neros´ Händen. »Sie ist noch immer unsere Gefangene.«
»Und was soll dir das bringen sie verdursten zu lassen?«
Jedoch hat Cesare bereits für seinen kleinen Bruder entschieden. »Eine tote Addison ist mir lieber als eine lebendige.« Shit.
Mit seinem Oberkörper schiebt Cesare, Nero durch die Tür. Zurück in den Raum, aus dem die Wärme dringt. Sobald ich alleine bin, überkommt mich die blanke Panik. Zu hören, was ich schon längst vermute, ist dabei das Problem. Wenigstens Nero scheint mein Verbündeter zu sein. So wie er früher für meinen Schutz gesorgt hat, wenn wir uns heimlich getroffen haben.
Ein weiterer Tag vergeht, ohne dass sich etwas ändert. Als ich glaube, verdursten zu müssen, springt die hölzerne Tür zu meinem Zimmer auf. Wie das letzte Mal steht Nero dort.
Mein Magen beginnt zu rebellieren. Auf die Weise, wie es nur bei Verliebten üblich ist. »Wir sind alleine«, versucht Nero mich zu beruhigen. Dabei hat sich meine Atmung genau aus diesem Grund beschleunigt, alleine mit ihm zu sein.
Besorgt sieht er mich an, bevor er mir aufhilft. Sobald er mir eine Wasserflasche an den Mund ansetzt, beginne ich gierig zu trinken.
»Wenn ich den Truck habe, bring ich dich hier weg. Du musst mir vertrauen.« Seine Lippen verziehen sich zu einem warmen Schmunzeln.
»Ich vertraue dir.« Meine Stimme hört sich fremd an. Wie Schmirgelpapier, welches über meinen Stimmbändern reibt. Dabei durchzuckt mich das Gefühl von Hoffnung. Ich. Vertraue. Ihm. »Du hast sicher Hunger?« Ja.
Das Einzige, was ich die letzten Tage bekommen habe, waren vier Scheiben Brot und ein paar zerbröselte Cracker. Wenn auch mein größtes Problem der Durst ist.
Nero stützt mich, während er mich in den vom Kaminfeuer erhitzten Raum bringt. Die Fenster sind abgehangen. Es muss bereits dunkel sein. Ohne auf mein Magenknurren einzugehen, begleitet er mich zum Badezimmer. Dabei drängt er mich ungeniert in den winzigen Raum.
»Du kannst dich in Ruhe frisch machen. Kann ich dir ebenfalls vertrauen?«
Ich nicke und schüttle erleichtert meine Handgelenke aus, als er die Fesseln löst. Das Gefühl ist so berauschend, dass ich weinen will.
Als mich Nero alleine lässt, stelle ich mich unter die Dusche. Der Druck des Wassers ist kaum vorhanden und dabei eiskalt. Trotzdem genieße ich jeden Augenblick daran. Auch mit dem bisschen Kernseife, dass ich auf der Ablage entdecke, gebe ich mich zufrieden. Nachdem ich mir einen Pullover übergezogen habe, der mir weit über die Oberschenkel reicht, trete ich aus dem Badezimmer. Er muss Nero gehören, weil er angenehm nach ihm duftet. Wie damals, als der Geruch für das wohlige Kribbeln in meinem Bauch verantwortlich war.
Kapitel 3
Nero sitzt auf dem Sofa, als ich zu ihm komme. Der Geruch des Essens ist so einschneidend, dass ich nichts anderes mehr wahrnehmen kann, als den Hunger, der sich in meinen Magen frisst. Kraftlos lasse ich mich neben ihn sinken, mache mich über die verschiedenen Gerichte her, die er mir bereitgestellt hat.
»Bist du fertig?«, fragt Nero, nachdem ich mich pappsatt gegessen habe.
»Ja«, seufze ich und fühle mich tatsächlich wie ein neuer Mensch. Seine Augen flackern auf. Das Feuer im Kamin ist dabei nur halb so stark am Lodern. Wow.
Nervös rutsche ich zurück. Nehme Abstand.
»Du bist genau so schön, wie ich dich in Erinnerung habe.«
Mein aufgebrachter Herzschlag macht einen Satz. »Das hier …«, krächze ich. Ist nicht die beste Grundvoraussetzung, um sich zu verlieben.
Es ist falsch, dass sich meine Prinzipien verlagern. Ich sollte den Drang verspüren, zu entkommen. Und dennoch ist alles, was ich will … Nero.
Verzweifelt von dem Sog, der von ihm ausgeht, gebe ich nach. Komme ihm entgegen. Ich kann seine Hände spüren, die sich unter meinen Pullover schieben. Der Ausgang ist eindeutig. Es nicht zu tun, wird ebenso mein Ende sein. Meine Brüste fühlen sich schwer unter seiner Massage an. Ich stöhne. Seine Zunge teilt meine Lippen und stößt fordernd in mich. Dieser Kuss ist anders, als ich ihn erwartet habe. Er ist wild und unkontrolliert. Ungestüm zieht er mir den Pullover aus. Während seine Küsse über meinen Körper wandern, lasse ich mich gegen die Lehne sinken. Spüre sie, meinen Hals hinab bis hin über mein Dekolleté. Saugend fängt er an, meine Nippel zwischen seine Zähne aufzunehmen.
Zu schnell steigert es meine Lust. Das sehnsüchtige Ziehen in meinem Bauch stößt dabei in verheißungsvollen Wellen durch mein Unterleib. Seine Hände sind überall. Zielsicher fahren sie über meinen Bauch hinab. Ich rutschte vor und spüre dabei, wie feucht ich bin. Seine Finger tänzeln um meine Mitte. Schweben über meine Klit, ohne sie zu berühren. Dabei spielt er mit meinem Verlangen, ihn in mir spüren zu wollen.
Nero lässt mich winden und betteln. Bis ich meine Erregung, an den Innenschenkeln hinab rinnen spüre. Das angewärmte Leder unter mir klebt an meiner Haut. Willig spreize ich die Beine und erlaube ihn, mich zu nehmen.
Entschlossen lässt er sich auf die Knie fallen. Seine Zunge schnellt vor, dabei verfehlt sie nicht meine heiße Mitte. Während seine Finger weiterhin über die Außenseiten meiner angeschwollenen Vulva streichen.
Dicht und dichter, bis ich mich ihm entgegen schmiege. Bis ich den erlösenden Druck spüre, mit dem sich seine Finger gegen meine Öffnung schieben. Befreiend stöhne ich, während sie mir eine Kostprobe seines Schwanzes schenken. Jeder Gedanke verflüchtigt sich mit dem Tempo, indem mich seine Finger anfangen zu ficken.
Kapitel 4
»Komme ich gerade ungelegen?« Cesares Stimme klingt gedämpft. Augenblick verspannt sich mein Körper. Mit weit gespreizten Beinen sitze ich da. Nero sieht kniend zu mir auf. Seine Augen weiten sich, sodass ich weiß, was er mir zu sagen hat. Spiel mit.
»Da bist du ja endlich Bruder.« Unbekümmert lässt Nero seine Finger aus meiner Pussy gleiten. Mit einem kehligen Seufzen leckt er meine Feuchte ab. »Ich dachte, wir fangen schon einmal ohne dich an.«
Instinktiv überkommt mich der Drang, meine Beine zu schließen. Laut zu protestieren. Aber stattdessen sitze ich da, wie erstarrt und warte ab.
Cesare lässt die Tür ins Schloss fallen. Die Sohlen seiner Schuhe hinterlassen Abdrücke auf dem Boden. Schnee, der bereits geschmolzen ist, tropft von seinem Wintermantel.
»Wolltest du dein Interesse an ihr nicht hinten anstellen?« Dabei beginnt Cesare abfällig zu grinsen. Der Schauer auf meiner Haut breitet sich aus. Aus einem unerklärlichen Grund empfinde ich keine Angst vor dem, was sich in Cesares Augen spiegelt. Dabei ist sein Blick abwechselnd auf mein Geschlecht und meine bebenden Lippen gerichtet. Er sieht verboten gut aus.
»Ich habe es versucht.« Neros Finger streicheln meine Wange, als sei ich sein Besitz. Was ich irgendwie auch bin.
Er zwinkert und beugt sich zu mir vor. Bevor seine Lippen auf meinen liegen, komme ich ihm entgegen. Genieße das Spiel unserer Zungen. Was tue ich hier?
Atemlos springt Nero auf die Beine, nimmt von mir Abstand und reiht sich neben seinem Bruder auf. Das Gefühl aufgeflogen zu sein, wiegt schwer auf mir. Jedoch wirkt Cesare nicht so, als wäre er besorgt darüber, dass ich frisch geduscht und nackt auf seiner Couch sitze. Noch immer die Beine weit geöffnet, damit ich seinen Blick genau dort spüren kann. Als könnten seine Augen imstande sein, mich zu berühren.
Nero lehnt sich an seinen Bruder. »Es ist vermutlich unsere letzte Chance.« Ich verdränge den Gedanken daran, was das bedeutet.
Kapitel 5
Mit einem knappen Nicken, das sie sich gegenseitig zukommen lassen haben sie eine Entscheidung getroffen. Ich erschaudere, als ich ihnen dabei zusehe, wie sie sich entkleiden. Dabei sollte ich genau jetzt auf die Beine springen, um entkommen zu können. Stattdessen schieben sich meine Finger über meine feuchte Pussy. Dabei lass ich mir den Anblick gefallen, den die beiden bieten. Einer anbetungswürdiger als der andere. Doch das Prägnanteste an ihnen ist etwas anderes. Definierte Bauchmuskeln ziehen sich zu ihren einladenden Schwänzen hinab. Ich lecke mir über die Lippen. Kann sie bereits jetzt schmecken. Stöhnend verdrehen sich meine Augen. Die Erregung ist ihnen nicht nur ins Gesicht geschrieben.
Cesare ist der Erste, der es nicht mehr aushält. Ohne weiterhin den Zuschauer zu mimen, setzt er sich neben mich. Besitzergreifend reißt er mich auf seinen Schoß. Sein Schwanz drängte sich dabei an meinen Innenschenkel. Vermischt sich mit meiner eigenen Feuchte.
»Sag mir Avery, willst du nur meinen Bruder? Oder uns beide?«
Das Verlangen in meinem Bauch lässt mich zu einem wimmernden Häufchen Elend mutieren. Ich will etwas anderes empfinden als die letzten Tage. Ich will diesem Drang nachgeben. »Euch beide.«
»Was für eine brave kleine Sub du doch abgeben würdest. Wie schade, dass dein Vater dich so leichtsinnig geopfert hat.« Behutsam streichelt er meine Wange. Cesare streichelt mich. Mich. Wie Honig, der sich sämig über mein Gemüt ausbreitet, empfinde ich Gefallen daran. Entschlossen positioniere ich mich über ihn. Nur langsam, lasse ich mich sinken, sodass ich dem Druck mit dem er mich ausfüllen wird, gewappnet bin. Dankbar dafür, dass mich Cesare das Tempo bestimmen lässt.
Meine Finger lasse ich dabei sacht durch seine Locken gleiten. Massiere seine Kopfhaut und entlocke ihm wohlige Laute. Sein Kopf nach hinten gelegt, kann ich das Stöhnen an seiner Kehle erblicken. Mit der Feuchte, die sich bereits in mir gesammelt hat, nehme ich ihn vollständig in mir auf. Die Wildheit, mit der sein Becken mir entgegenkommt, entfesselt mich. Cesare Caruso ist in mir.
Seine Hände an meinen Pobacken, vergraben sich in mein Fleisch. Hemmungslos lasse ich mein Becken über ihn kreisen. Schreie irgendwelche zusammenhangslosen Wörter. Dabei küssen wir uns, als suchten wir aneinander Halt. Anders als Nero küsst Cesare zärtlicherer, sodass ich nichts anderes mehr wahrnehmen kann.
Bis ich Nero »Wie für uns gemacht« hinter mir raunen höre. Dabei wende ich mich ihm zu. Grob umfasst seine Hand meinen Kiefer, während er seinen Daumen zwischen meinen Lippen drängt. Begierig beginne ich an ihm zu saugen. Seine Augen verfärben sich dabei zu einem sündhaften Glühen. Bevor ich verstehe, was geschieht, entreißt er ihn mir wieder. Dafür spüre ich ihn kurz darauf an meinem Hintern.
Warme Feuchte, die er um mein Loch verteilt. Was zum...?
All meine Bedenken verflüchtigen sich, in dem Moment, wo Cesare stöhnend sein Becken hebt und von unten zustößt. Wie ein Schwert, dass mich sengend heiß teilt. Und im selben Moment ist es Neros Daumen, den er gegen meinen Schließmuskel presst und mich damit dehnt. Verwundert über dieses neuartige Empfinden, krümme ich mich auf Cesares Brust.
»Lass es geschehen, es wird dir gefallen.« Cesares Becken übernimmt die Bewegung für uns. Gnadenlos. Das fremde Gefühl weicht der Erregung. Mit vorsichtigen Bewegungen lässt Nero seinen Daumen, hinaus und wieder hineingleiten.
»Sag mir, wenn es dir zu viel wird«, raunt er dunkel. Mit einem kräftigen Schlag auf meiner Pobacke verschwindet seine Hand. Verzweifelt schiebe ich mich auf Cesares Schoß vor und zurück. Suchend nach der Erlösung. Jedoch bremst Nero mich erneut. Mit der Gewalt seines Körpers kesselt er mich auf Cesare ein.
Unbarmherzig drängt sich seine Eichel an mein Loch. Dehnt mich, sodass meine Atmung stockt. Es wird mich zerreißen. Das hier wird mein Tod sein.
»Vertrau mir.« Er ist meine einzige Hoffnung hier heraus. Mit einem tiefen Atemzug tue ich genau das, was er von mir verlangt. Nehme Neros Schwanz, ebenso in mir auf, wie ich es mit Cesares tue. Nur das Nero dieses Mal die Führung übernimmt. Sich vorschiebt, als könnte er es nicht erwarten, mich zu markieren. Dabei ist es sein Stöhnen, was mir dieselbe Erregung schenkt. Erst als er mich völlig ausfüllt, lässt er mir Zeit, mich an die Fülle zu gewöhnen, die meinen Körper wie Espenlaub zittern lässt. Oh Himmel.
Cesare ist der Erste, der seine Bewegung beschleunigt, während Nero sich aus mir zurückzieht und wieder eindringt. Ich schreie auf. Kralle mich an Cesare fest, der dieses als Aufforderung sieht, mich tiefer zu nehmen.
Nicht lange und wir drei haben einen angenehmen Rhythmus gefunden. Dabei genieße ich jede ihrer Bewegung. Lehne mich ihnen entgegen und spüre, wie nahe ich dem Höhepunkt bin. Diese Endorphine gleichen einem Rausch. Mit erhitzenden Körpern schieben wir uns aneinander. Immer wieder spüre ich ihre Lippen auf mir, während sie mir Komplimente entgegen raunen.
Dabei bin ich es, die nicht genug bekommt. Niemals habe ich dieses Ausmaß an Lust empfunden. Als würde sich mein Überlebenswille, an diese Empfindung heften.
Cesare knurrt, als ich sich unsere Blicke treffen. »Fuck. Lass mich heute dein Sub sein.« Mein Sub?
Berauscht beuge ich mich vor, beiße mich an seinem Hals fest. »Dann komm für mich«, keuche ich heiser. Dabei sauge ich an der dünnen Haut und hinterlasse Spuren, die ihn markieren. »Oh Baby.« Sein hartes Glied beginnt zu pumpen. Ich kann sein kehliges Stöhnen hören, während er sich in mir entlädt. Auch Nero drängt sein Becken an mein Hinterteil, während er einen gewaltigen Laut von sich gibt, der mich tief im Inneren berührt. Lust anstatt Hass.
Alles ist bis aufs äußerste gedehnt. Meine Muskeln zwängen sich um Cesares Erektion. Melken aus ihm das letzte bisschen an Sperma, bis ich es den beiden gleichtue und komme.
Ich schreie abgehakt. Fühle diese Befreiung in mir, als könnte ich das erste Mal bewusst atmen. Erschöpft falle ich auf Cesare zusammen. Er hält mich, bis ich eingeschlafen bin.
Kapitel 6
»Pssst. Aufstehen.« Mit dem Zeigefinger auf seinen Lippen sieht Nero mich an. Das Kaminfeuer ist dabei zu erlöschen und nur das Glühen der Asche, wirft ein Schattenspiel in die finstere Hütte hinein. Neros Gesicht liegt im Dunklen verborgen, während er mich anweist aufzustehen. Ich muss auf dem Sofa eingeschlafen sein. Erdrückend ruht Cesares Arm auf mir, während seine Atmung mir in den Nacken bläst. Er schläft. Unsere Chance zu entkommen.
So sachte wie möglich, schlüpfe ich unter seinem Arm hervor. Sollte Cesare aufwachen, wäre Neros Plan dahin. Geräuschlos greife ich nach dem Pullover, der zu meinen Füßen liegt. Erst jetzt beginnt mein Körper die Situation zu realisieren. Als ich mich aufstelle, geben meine Knie nach. Ich werde überleben.
Nero steht am Ende der Hütte. Die Kapuze, die er unter dem schwarzen Mantel trägt, verbirgt sein Gesicht. Erst als ich ihn erreiche, öffnet er die Tür. Der Wind beißt sich in meine Haut. Das Gefühl zurückzuweichen und mich wieder vor den Kamin zu legen, ist überwältigend. Trotzdem folge ich ihm in die, von Schnee bedeckte, Lichtung hinein. Tänzelnd schweben einzelne Schneeflocken in der Luft herum. Hell und glitzernd werden sie vom Vollmond angeleuchtet, bis sie sich in meinem Haar verfangen. Eine Jagdhütte inmitten eines dichten Waldes.
Nero hat den Truck erreicht, der neben dem Haus parkt. Mein Körper zittert von der spärlichen Kleidung an meinem Körper. Der Schnee unter meinen bloßen Füßen beißt sich in meine Haut. Wie ein Weg, gepflastert aus Scherben, setzte ich einen Fuß vor den anderen. Bis der Schmerz darauf in eine Gleichgültigkeit übergeht. Nero steht vor mir, ein Meter der uns trennt. Seine Kapuze tief in die Stirn gezogen. »Dein Dad ist schuld…« Dabei ist es seine Atmung, die seinen Oberkörper in ständiger Bewegung gegen seinen Mantel drückt, die mich erschaudern lässt.
Etwas stimmt nicht. »Keira!«, brüllt er. Als würde ihm dieser Name Schmerzen bereiten, nährt er meinen eigenen Kummer. »Dein Vater hat sie mir genommen. Die einzige Liebe in meinem Leben…« Seine Liebe? Dabei kann ich die Eifersucht wahrnehmen. Wie ein Keim, der zu wachsen beginnt und sich dabei elendig in mir ausbreitet. Sein trostloses Lachen darauf hallt zwischen den Bäumen wieder. »… erstochen! Als sei sie ein quiekendes Schwein. Wie Abfall hat er sie behandelt. Zusammen mit den Anderen, im Dreck verscharrt.«
Nein. Das hätte mein Dad niemals getan. Doch anstatt Nero genau das zu sagen, bleibe ich stumm. »Wieso nicht Daddys kleines Mädchen nehmen, wenn er mir meins genommen hat.« Sein Kopf kippt zur Seite. Offenbart mir den Anblick auf sein Gesicht. Eine tiefe Furche hat sich zwischen seinen Augen gebildet. Dunkel und ohne den Funken von Wärme, fixieren sie mich. Erschrocken weiche ich zurück. Die Enge, die sich um meinen Hals bildet, schnürt mir jeglichen Sauerstoff ab. Er muss der Gute sein und nicht derjenige, vor dem ich Angst habe.
Wie ein dunkler Blitz zuckt er vorwärts. Etwas blendet mich, als der Mondschein darauf fällt. Nur für Sekunden schließen sich meine Augen, bis seine Faust auf meine Rippen trifft. Instinktiv stolpere ich zur Seite.
Spüre die Wucht an mir, mit die er mich getroffen hat. Dabei habe ich das Gefühl, als würde mein Körper mir nicht mehr gehorchen. Meine Gedanken überschlagen sich, während ich mit dem letzten bisschen Kraft, auf den Truck zustürme. Die Finger an meinen Rippen fühlen sich nass an. Zu warm, als das es geschmolzener Schnee sein könnte.
»Wieso hast du es so eilig. Sieh dich um. Niemand ist da, um dir zu helfen.« Grinsend wendet er sich mir zu. Gebückt krieche ich am Truck entlang, versuche, Abstand zu bekommen. »Genau auf diesen Anblick habe ich so lange gewartet. Cesare wollte nicht verstehen, dass Lösegeld keine Option ist. Blutschuld wird mit Blut geregelt. Er hätte von Anfang an auf mich hören sollen.« Sein Lachen darauf klingt fremd. Und dann fällt es mir auf. Er hat dieselben Augen eines Carusos. »Was hast du vor?« Jede Silbe schmerzt, die ich ihm entgegen spucke.
»Abwarten.« Als ich Nero entgegenblicke, erkenne ich den Grund seiner Euphorie. Die Spitze eines Messers zeigt drohend auf meine Rippen. Dabei ist es das Blut, was an seinen Händen klebt, dass mich gefrieren lässt. Mein Blut.
»Cesare!!!«, schreie ich, bevor ich zu denken anfange. Wenigstens ein Bruder, würde mein Leben verschonen, um Lösegeld zu erhalten.
Der Hass in Neros´ Augen entwickelt ein Eigenleben. Fanatisch stürmt er auf mich zu. Noch immer das Messer in seinen Händen. Shit.
Niemand ist hier … außer ich.
Ich taumle rückwärts, bekomme im selben Moment etwas zu fassen. Der Griff einer Schaufel, die ich auf der Ladefläche des Wagens erreiche. Bevor Nero sie kommen sieht, habe ich sie über seinen Schädel gezogen. Der dumpfe Aufprall vibriert in meinen Armen wieder. Bewusstlos sackt er zu Boden. Erst jetzt wird mir das Ausmaß klar.
Eine Schaufel. Die Schaufel meines Grabes. Erschüttert werfe ich sie von mir und laufe los. Weg von dem Haus und den Optionen, die es hier gibt.
Dabei presse ich die Hand an meine Rippen. Der Schmerz wird zur Nebensache. Selbst die Kälte, die meine Beine hinaufkriecht, tauscht mit dem Adrenalin. Erst im Schutz der Bäume sehe ich zurück. In den flackernden Lichtern der Verandabeleuchtung erhasche ich eine Gestalt, die sich aufrichtet. Nero zieht sich an der Pritsche seines Wagens entlang. Dabei wirkt er benommen.
Sein Schreien nach mir hallt durch die Nacht. Bestürzt starre ich den Spuren nach, die wie ein Leuchtfeuer den Weg zu mir weisen. An meiner Hand entlang rinnt das Blut, hinab bis zu meinen Füßen. Tropft dabei in den frisch gefallenen Schnee und lässt das Rot, mit all seinen Facetten vom Mond erstrahlen. Wie ein atemberaubendes Gemälde, das sich vor mir eröffnet. Meine aufgeregte Atmung schmeckt nach Eisen, während ich sie zwanghaft versuche herunter zu schlucken. Lauf.
Das tue ich. Mit all der letzten Kraft, die ich entbehre, tragen mich meine Füße vorwärts. Nur langsam gewinnt der Schmerz Oberhand. Ich humple über Wurzeln und verschlucke den Aufschrei darauf. Spüre die Wunde, die sich klaffend öffnet, immer dann, wenn sich der Druck meiner Hand löst. »Avery!!« Mein Name hallt zwischen den Bäumen wider. Dabei hört sich Neros Stimme weit genug entfernt an, sodass ich mir erlaube, stehen zu bleiben. Erschöpft sacke ich zusammen. Der sehnsüchtige Gedanke überkommt mich, dass ich bei Cesare in Sicherheit wäre. In dem Schutz seiner Arme. Ich hätte diese Lüge mit voller Hingabe gelebt. Diese eine trostvolle Vorstellung hemmt meine Qualen. Mein Kopf in den Nacken gelegt, sehe ich hinauf in die Baumkronen über mir. Die mit Schnee bedeckten Wipfel, scheinen mich zu bedecken. Warm und beruhigend.
Und plötzlich ist es mir klar. Hier, inmitten dieses Waldes werde ich sterben. Eine merkwürdige Erleichterung zupft an meinem Überlebenswillen bis sich wie von selbst meine Augen schließen und die Dunkelheit übernimmt. Ich sterbe und mit mir, der Stolz einer Addison.















