Dance with the Devil
Romantasy Geschichte
Die Geschichte „Dance with the Devil“ von Kate Hartley hat am EIS Schreibwettbewerb 2025 zu den Themen Dark Romance und Romantasy teilgenommen. Wir freuen uns darauf, die Geschichte endlich mit der Community teilen zu können!
Kapitel 1
Ich hatte mir die Nacht vor meiner Hochzeit anders vorgestellt. Früher dachte ich immer, ich wäre so aufgeregt, dass ich nicht schlafen könnte. Erfüllt von einer freudigen Erwartung, die mich nicht zur Ruhe kommen lässt. Dieses Kribbeln im Bauch, das einen nicht loslässt. Niemals hätte ich mir erträumt, dass ich trunken vom süßesten Wein der Hölle mit den Dämonen tanzen würde.
Mein Körper wurde eingeölt, bis meine Haut schimmerte. Ich roch Zimt, Sandelholz, Schokolade und einen Hauch von Asche. Kämme fuhren durch mein Haar, bis es den Schein des Feuers widerspiegelte und mir wie ein seidiger Teppich über den Rücken fiel.
Als es an der Zeit war, rief mich eine leise Musik zu sich, die in meinem Brustkorb vibrierte. Der Marmor fühlte sich kalt an unter meinen nackten Füßen. Ein Hauch von Nichts schmiegte sich an meinen Körper, als ich durch die leeren Flure schritt. Als die Türen für mich aufschwangen und ich den großen Saal betrat, wurde es für einen Moment ganz still. Der Hof der Hölle erstarrte. Dämonen, Alpträume, die Fürsten der Verdammnis selbst. Hunderte Augenpaare ruhten auf mir. Neid, Gier, Zorn, Trägheit, Hochmut, Völlerei, Wollust. Sie alle fanden in diesem Raum ihren Platz, wurden zelebriert als das, was sie tatsächlich waren: Eine Schwäche. Nicht mehr und nicht weniger. Etwas durch und durch Menschliches. Und ich selbst hatte mich all dieser Schwächen schuldig gemacht.
Als mein Nachbar die Schule besuchte, um Gelehrter zu werden, hatte ich ihn beneidet. Gier hatte mich befallen, als ich endlich lesen lernte und sich mir neue Welten öffneten, eine fantastischer als die andere. Zorn hatte von mir Besitz ergriffen, als mich das erste Mal jemand als Hexe beschimpft hatte. Ich hatte mich der Trägheit schuldig gemacht, als ich Zauber für Dinge benutzte, die ich auch so hätte erledigen können. Des Hochmuts machte ich mich fast jedes Mal schuldig, wenn ich über die Dummheit und Unwissenheit anderer lachte. Und Wollust und Völlerei? Ich hatte nie verstanden, warum dies Todsünden waren. Waren es doch die größten Freuden, die ein Mensch im Leben besaß. Ich hatte tatsächlich noch nie jemanden getroffen, der reinen Gewissens sagen konnte, sich keiner dieser Sünden schuldig gemacht zu haben. Und ich stellte mir diese Begegnung äußerst unangenehm vor.
Die Musik zog mich in ihren Bann. Ich war gefangen, getrieben von dem infernalischen Drang, mich zu bewegen. Und so tanzte ich. Ich tanzte, bis ich spürte, wie eine Schweißperle zwischen meinen schweren Brüsten hinunter zum Bauchnabel lief. Ich tanzte, bis eine Hand die meine fing, und Augen so schwarz wie meine Seele ihren Blick auf mich richteten. Mein Atem stockte, als ich in das elegant geschnittene Gesicht des Fremden blickte. “Darf ich?”, fragte er. Seine Stimme glitt über meine Haut wie eine Berührung und hallte in meinem Inneren wieder. Ich nickte nur. Am Abend vor meiner Hochzeit mit einem Wildfremden zu tanzen war unschicklich, aber am Hof der Hölle selbst galten vermutlich andere Regeln.
Die Musik veränderte sich, und der Klang einer einzelnen, wehklagenden Geige begleitete mich und den Fremden in unserem wilden Tanz. Meine Füße flogen über den Boden in mir gänzlich unbekannte Schrittfolgen. Ich spürte seinen Körper an meinem, und die Hitze, die von ihm ausging, versengte mich bis tief in mein Innerstes.
Ich sah nicht, wie die Menge sich für uns teilte, hörte nicht das Getuschel, das aufkam, als wir uns durch den Raum bewegten. Ich sah nur seine Augen. Spürte seine Hände, die über meinen Körper wanderten. Verlangen stieg in mir auf, gefolgt von einem Kribbeln, das mich bis in meine Zehenspitzen erfüllte. Schwer atmend entlockte der Musiker seinem Instrument den finalen Ton. Beifall brandete auf. Ich stand immer noch da, blickte in die Augen meines Gegenübers, völlig unfähig, mich von ihm zu lösen. Ich nahm keine Notiz davon, dass der Beifall nicht dem Musiker, sondern uns galt.
Kapitel 2
“Lilith”, sagte er, und mein Körper schien auf dieses eine Wort zu reagieren wie die Saiten einer Harfe, die sanft gezupft wurden. “Luzifer”, erwiderte ich. Ich wusste, wer er war, konnte jedoch nicht sagen, woher. Wir beide besaßen viele Namen, einer mächtiger und bedeutsamer als der andere.
Ein Lächeln, so teuflisch wie sein Besitzer, breitete sich auf seinem schönen Gesicht aus. Er beugte sich zu mir hinunter. “Kommst du mit mir, meine Königin?", raunte er in mein Ohr. Mein Herz schlug schneller bei dem Gedanken, dass das hier wirklich passierte. Ich würde die Herrin der Hölle werden. Die Königin der Unterwelt. Du wirst mein sein. Meine Augen weiteten sich, als seine Stimme in meinem Kopf erklang. Ich erschauerte anhand der Macht, die meinen Geist streifte. Doch nicht vor Angst. Ich fühlte mich berauscht, erfüllt von diesem neuen Gefühl in mir. Ich tastete nach der Macht, nach dieser magischen Verbindung zwischen uns. Und du mein. Die Worte waren nur ein Gedanke, aber er lächelte mich anerkennend an.
Wir ließen das Fest hinter uns. Sein Daumen zog träge Kreise auf meiner Handfläche und schickte Wellen des Hungers durch meinen Körper. In einem anderen Leben war ich Heilerin. Doch ich wusste zu viel. Sagte zu viel. Dachte zu viel. Und nachdem mir fast alles genommen wurde, beschloss ich, das zu werden, was ohnehin schon alle in mir sahen. Eine Hexe. Eine Buhle des Teufels.
Der Alptraum jener Männer, die mit ihren zornigen Fäusten und stumpfsinnigen Gedanken das Leben der Frauen beherrschten. Ihnen war nicht klar, dass sie selbst mich erschaffen hatten. Ihr Zorn erschlaffte, wenn ich ihnen etwas ins Ohr flüsterte. Ihre Gedanken verstummten, sobald ich ihnen einen Blick zuwarf. Sie begannen, mich zu fürchten.
Doch Luzifer war anders. Weder fürchtete noch schätzte er mich gering. Sein Blick glitt über meinen Körper, als wäre er ein Tempel. Männer hatten mich stets als etwas betrachtet, das sie sich zu eigen machen wollten. Als etwas, das sie benutzen konnten. Und zuletzt als etwas, das sie zerstören wollten.
Ich sah mich in den opulenten Gemächern um, in die er mich geführt hatte. Die Hölle hatte ich mir anders vorgestellt. Sie war kein Ort des Leids. Im Gegenteil, sie war ein Ort voller Schönheit, Kraft und Magie. Nicht wie die Blume auf einer Wiese, die immer nur im strahlenden Sonnenschein gestanden hatte. Sie war wie eine wilde Rose, die sich ihren Weg durch das Dickicht mit ihren Dornen und Stacheln brach, ganz gleich, was sich ihr in den Weg stellte. Die trotz allen Umständen erblüht war, was sie nur begehrenswerter machte. Genau wie ihr Herr war ihre Schönheit subtiler, verborgener als der erste Blick zu zeigen vermochte. Sie lag unter der Oberfläche und wurde gespeist von etwas Dunklem, Unbändigem.
Luzifer schenkte mir einen großzügigen Schluck einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit ein und brachte mir das feine, kristallene Glas. Ein leises Klirren ertönte, als sich unsere Gläser für einen Moment berührten. Sein Blick war intensiv, forschend und unergründlich.
Kapitel 3
“Du bist atemberaubend”, sagte er, seine Stimme dunkel wie schwarzer Samt. Dabei blieb sein Blick an meinen Lippen hängen. Ich lächelte. Danke. Ich sagte es nicht laut, doch er hörte mich. Genau wie vorhin. Das Getränk schmeckte warm und weich, doch gleichzeitig ließ es meine Kehle in Flammen aufgehen. Ich fragte mich, ob er wohl auch so schmecken würde.
Also trat ich einen Schritt auf ihn zu und blickte zu ihm auf. Eine kleine, fast beiläufige Geste von ihm, und plötzlich waren die Gläser verschwunden. Seine Hand strich einmal über meine Wange, bis sein Daumen an meiner Unterlippe hängen blieb. Sag mir, was du willst, meine Königin. Hitze sammelte sich in meinem Unterleib und gab ihm die Antwort auf seine Frage.
Dich. Eine seiner dunklen Augenbrauen wanderte nach oben. “Wir sind noch nicht verheiratet.” Sein Blick verharrte auf meinen Lippen. Meine Knie fühlten sich weich an und es kostete mich alle Kraft, aufrecht stehen zu bleiben. Ich wollte in ihm versinken. “Ich hätte nicht gedacht, dass das für dich von Bedeutung ist”, antwortete ich.
Die Vorstellung, dass das Konzept der Ehe für den Teufel selbst wichtig war, brachte mich zum Lachen. Seine Hand wanderte zu meinem Hals und legte sich mit kaum merklichen Druck darum. “Ist es nicht.” Unbewusst hatten wir uns auf die Wand zubewegt, und ich spürte auf einmal den kalten Stein in meinem Rücken. Sein heißer Atem strich über mein Ohr. “Aber wenn es für dich wichtig ist, dann ist es das für mich.”
Noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich mehr das Gefühl gehabt, ich selbst zu sein. Und ich wusste ganz genau, was ich wollte. Ihn. Für immer. “Ich will dich. Jetzt.”
Seine Lippen fanden meine. Es war kein sanfter Kuss, es war wie das Aufeinanderprallen einer Unausweichlichkeit. Sein Mund verschmolz mit meinem, und ein unbeherrschtes Geräusch kam aus meinem Mund, als er mit seiner Zunge zwischen meine Lippen eintauchte.
Ich öffnete mich ihm, drückte mich mit meinem ganzen Körper an seinen. Der überwältigende Drang, seine Haut auf meiner zu spüren, ergriff von mir Besitz. Seine Hände schienen überall gleichzeitig zu sein, und ich stöhnte auf, als er mich in eine Brustwarze kniff, so fest, dass es genau auf dieser süßen Grenze zwischen Lust und Schmerz balancierte. Eine Welle der Erregung strömte durch mich hindurch und ich spürte die Feuchtigkeit, die sich zwischen meinen Beinen sammelte. Dann war die Hitze seines Körpers plötzlich fort.
Er war einen Schritt zurück getreten. Seine Augen waren dunkel, sein Mund leicht geöffnet. Sein Atem ging schwer, als er sich durch die kinnlangen, schwarzen Haare strich. Ich sah ihn an und mit einem Mal wurde mir klar, dass das hier zwischen uns die Welt für immer verändern würde. Unsere Blicke fanden sich und wir erkannten beide im gleichen Moment, dass es kein Zurück mehr gab.
Kapitel 4
Mit einer Handbewegung verschwanden meine Kleider. Ich blickte meinen Gemahl an und lächelte. Geduld scheint nicht deine Stärke zu sein. Es wurde jedes Mal einfacher. Er lächelte. Oh nein, meine Königin. Sogar seine Gedanken klangen erregt.
Hungrig wie ein Raubtier, das seiner Beute schon zu lange hinterherjagt. Ich machte eine ungeduldige Geste. Ich wollte ihn sehen. Du hast dieselbe Macht wie ich. Er sah mich erwartungsvoll an. Ungläubig spürte ich dieser Macht nach. Ich fühlte mich berauscht. Als könnte ich alles tun, was ich wollte. Als wäre meine Macht grenzenlos. Es kostete mich nicht mehr als den Gedanken. Dann verschwanden auch seine Kleider. Er erwiderte mein Lächeln, stellte sich meinem Blick. Er war vollkommen. Ich ging zu ihm, umrundete ihn. Strich über die langen Narben an seinem Rücken, wo einst Flügel gesessen hatten.
Er schauderte, als ich mit den Fingerspitzen über die Narben strich. “Tut es weh?”, fragte ich. Er drehte sich zu mir um, fing meine Hand in seiner. “Nicht genug.” Sein Blick schien bis auf den Grund meiner Seele zu blicken. Er kannte mich, obwohl wir uns nie begegnet waren. Ich verstand ihn, ohne zu wissen, wovon er sprach. Er zog mich an sich, und einen Moment später spürte ich die weiche Matratze des Bettes unter mir. Er wandte nicht für einen Moment den Blick von meinen Augen ab, als ich die Beine um ihn schlang. Ich dachte, ich begehrte seine Macht. Ich dachte, ich hatte mich in die Vorstellung verliebt, endlich Rache nehmen zu können. Dabei war er es, von dem ich geträumt hatte.
Ich drängte mich an ihn, begierig, ihn endlich zu spüren. In diesem Moment lächelte er, und es war das erste Lächeln, das ich als wahrhaft teuflisch bezeichnen würde. Wer ist hier ungeduldig? Seine Stimme erfüllte meinen Kopf und ich stöhnte verzweifelt, als sich etwas um meine Handgelenke schlang und sie über meinem Kopf festhielt. Er lachte leise. Sag mir, was du willst. Es war Folter. Das war es also, womit sie die Seelen hier unten quälten. Seine Zunge umkreiste meine Brustwarzen und wanderte schließlich immer weiter nach unten, bevor sie genau über der Stelle halt machte, an der ich ihn mir so sehnlichst wünschte. Bitte. Es war alles, was ich denken konnte. Ich würde wahnsinnig werden, wenn er mich nicht endlich berührte.
Ein gutturaler Laut, von dem ich nicht geglaubt hatte, dazu fähig zu sein, kam aus meiner Kehle, als seine Zunge endlich in die Hitze zwischen meinen Beinen eintauchte. Das ist meine Königin. Ich glaubte, Stolz in seinen Gedanken zu spüren. Dann war es, als würden unsere Empfindungen zu einem einzigen Strudel aus Lust verschmelzen. Ich glaubte, mich selbst schmecken zu können, das Vibrieren meines Körpers unter mir zu spüren, den der Teufel wie ein Instrument spielte, um ihm raue, atemlose Töne zu entlocken.
Er umkreiste meinen empfindlichsten Punkt so langsam, so genüsslich, dass mir schwindlig wurde. Mehr. Seine schwarzen Augen blickten zu mir auf, hungrig und bereit, mich zu verschlingen. Die Fesseln lösten sich. Mein Kopf sank nach hinten und ich griff in seine Haare, als er mir gehorchte. Seine Finger stießen in mich, fanden diesen einen Punkt der absoluten Verzückung in mir, und trieben mich unbarmherzig immer weiter in die Verdammnis. Es war nicht genug. Es würde niemals genug sein. Erneut durchströmte mich dieses Gefühl der Macht, so neu und aufregend, dass ich fast wahnsinnig wurde.
Kapitel 5
Ich ergriff die Macht, ließ sie bis in mein Innerstes sinken. Es war nicht einmal ein wirklicher Gedanke. Mehr ein Wunsch, eine Idee. Doch auf einmal saß ich rittlings auf dem Teufel, dessen Handgelenke über seinem Kopf gefesselt waren. Er sah mich an, und ich konnte nichts außer Ehrfurcht und Verlangen in seinem Blick lesen. Keine Wut. Keine Sorge. Keinen Vorwurf.
Ich hätte ihn gerne auf dieselbe Art gefoltert wie er mich. Ihn an den Rand des Wahnsinns getrieben. Mit ihm gespielt, so wie er mit mir gespielt hatte. Doch ich wollte ihn jetzt, so verzweifelt, wie ich noch nie etwas gewollt hatte. Zentimeter für Zentimeter nahm ich ihn in mich auf und genoss das Gefühl seiner gesamten Länge in mir.
Er stöhnte, und es war das erotischste Geräusch, das ich je vernommen hatte. Als ich begann, mit den Hüften zu kreisen, stemmte er sich gegen die Fesseln. Ich fühlte, wie stark er war. Spürte seine Macht, zu der er mir Zugang gewährt hatte. Wie sie durch mich hindurch rauschte. Dann straffte ich die Fesseln weiter. Ich schüttelte sanft den Kopf, und ein leises Lachen kam über meine geschwollenen Lippen. Geduld, mein König.
Und der Teufel unterwarf sich mir. Ich bewegte mich in meinem Tempo, langsam und gleichmäßig, trieb ihn immer weiter, bis sein Körper zitterte und Schweiß auf seiner makellosen Brust glänzte. Und gerade, als ein Knurren aus seiner Kehle kam, löste ich die Fesseln. Er richtete sich auf, Arme umschlangen mich, seine Stirn lag an meiner, und wir bewegten uns als Einheit in dem atemlosen Versuch, Erlösung zu finden. Vielleicht war das unsere Bestrafung.
Dann sah er mir in die Augen. Küsste mich. Sanft. Zärtlich. So zärtlich, dass es auch der Kuss eines Engels hätte sein können. Und mit diesem Kuss zersprang ich in tausend Scherben. Scherben, die nur er wieder aufheben und zusammensetzen könnte. Ich spürte, wie mein Höhepunkt mich ganz und gar ausfüllte, wie ich mich um ihn zusammenzog, als er zitternd ein letztes Mal in mich stieß.
Als ich die Augen öffnete, blickte ich in die dunklen Seen seiner Seele. Ich sah jeden Abgrund. Jede Klippe, von der ich mich stürzen wollte. Nie wieder würde ich den Blick von ihm lösen. Nie wieder wollte ich ihn nicht spüren. Das musst du nicht. Es überraschte mich nicht, dass er meine Gedanken hören konnte. Ich sah mich durch seine Augen, die Wangen gerötet, die Pupillen so groß, dass sie meine Iris verschluckten. Seine Hand strich langsam über meine Wirbelsäule und ich bog mich ihm entgegen. Er küsste die Haut zwischen meinen Brüsten, sah mich ehrfürchtig an.
Du hast mir deine Macht geschenkt. Er schüttelte den Kopf. Es war immer die deine. Meine Königin. Meine Göttin. Ich bin dein. All das hier, mein gesamtes Reich, ist nur für dich. Eine Träne rollte über meine Wange. Er fing sie auf und leckte sie ab. Was auch immer du tun willst, wir tun es. Du wirst nie wieder Angst erleben müssen, Lilith. Wenn du die Welt brennen lassen willst, lass mich das Feuer sein, mit dem du sie entzündest.
Eine Krone erschien auf meinem Kopf. Ich spürte ihr Gewicht, schwer, drückend, aber nicht unangenehm. Erneut sah ich mich durch seine Augen, nun gekrönt von einem Symbol, das sich wie Dornenranken um mein Haupt wand. Ich begriff, dass ich die Rose war, die sich endlich befreit hatte. Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, und ich spürte, wie er in mir wieder hart wurde.
Kapitel 6
Am nächsten Abend standen Luzifer und ich uns gegenüber vor den Dämonen und Bewohnern der Hölle. Unsere beiden Häupter waren gekrönt von schwarzen Dornen. Ein langes, perfekt geschnittenes Kleid aus schwarzem, durchscheinenden Stoff bedeckte meinen Körper genau so, wie es ihn enthüllte. Gemeinsam traten wir vor unsere Untertanen.
Kein Priester. Keine Kirche. Wir waren die Götter, denen es zu huldigen galt. Luzifer sah mich an, und sein Feuer strich über meine Haut. Erwartungsvoll. Vorfreudig. Dann kniete er nieder, und die Hölle folgte ihrem König.
















