Sauberes Liebesspielzeug aus dem Internet

Liebt euch günstiger - unter diesem Motto vertreibt ein Internet-Erotikversandhändler seine Produkte, der etwas anders ist als die anderen. Das 2006 gegründete Versandunternehmen Eis.de GmbH hat als Deutschlands einziger Onlinehandel dieser Branche bereits zur Eröffnung das TÜV-Zertifikat „S@fer Shopping" erhalten. Lars Funck, Pressesprecher von Eis.de, erklärt dazu, das Zertifikat sei beantragt worden, um zu kommunizieren: „Seht mal, wir sind sauber, wir haben nichts mit dieser Schmuddelbranche zu tun, hier ist Erotik vernünftig verfasst."

Eis.de tritt in dezentem Blau-Weiß auf. Das Konzept des Unternehmens, dessen Sitz in Bielefeld liegt, beruht darauf, sich von den klassischen Anbietern im Internet zu unterscheiden. Die üblichen Produkte, zum Beispiel die einschlägigen DVD, seien nicht zu finden, sondern es gehe darum, mit erotischen Artikel so umzugehen wie mit anderen Waren auch, sagt Funck. Eis.de verwende nur Fotos, „die sauber sind“, und es tauchen nicht, wie auf vielen Seiten der Branche, sofort Pop-ups mit eindeutigen Angeboten auf, die zum Anrufen animieren wollen. „Eis.de versucht den Umgang mit erotischen Waren wieder auf eine normale Ebene zu ziehen, die er auch verdient hat“, erklärt Funck. Alles, was auch nur ansatzweise anstößig wirken könne, sei nicht zu finden. Tatsächlich werden auf den Seiten Dildos und ähnliche Produkte in einer fast sterilen Art präsentiert. Der Internet-Versandanbieter möchte damit Kunden ansprechen, die einfach nur erotische Ware bestellen wollen. Zugleich soll gezeigt werden, dass dies auch zu niedrigeren Preisen geht als üblich.

Das Geheimnis der niedrigen Preise liegt darin, dass Eis.de die Waren direkt vom Hersteller bezieht und der Kunde somit die Handelspanne des Importeurs, Großhändlers und des Ladens um die Ecke spart. Eis.de bietet Hilfsmittel und eine große Auswahl an Dessous, Schmuck und Drogeriebedarf an. Auf der Internetseite stellt das Unternehmen Vergleiche zu den Preisen anderer großer Erotikanbieter an, die zeigen sollen, dass das Angebot günstiger ist. Ein Beispiel hierfür liefert die blonde Powerfrau in Puppengestalt „Fantasia“ für 42,97 Euro – im Katalog wird der Preis des großen Wettbewerbers Beate Uhse Mitte vergangenen Jahres mit 149 Euro beziffert. Die Produktpalette ist groß: Eis.de bietet eine Auswahl von 1904 Artikeln an, das ist fast das Zwanzigfache des bekanntesten Konkurrenten. Dieser Vergleich klingt wie eine Kampfansage an die großen Mitbewerber. Wie populär das Internetportal von Eis.de wirklich ist, verglichen mit denen der Konkurrenz (die allerdings in vielen Niederlassungen verkauft), zeigen Rankinglisten der populärsten Internetseiten. Eis.de hat es geschafft, zum Beispiel bei Alexa.com innerhalb von zwei Jahren nach der Onlineschaltung bereits auf Platz 13 639 zu stehen. Die zwei großen Erotik-Versandhäuser müssen sich mit Platz 34 476 zufrieden geben beziehungsweise sind nicht einmal unter den Top 100 000. „Diese Zahlen sind objektiv, sie zeigen die Wertigkeit und Wichtigkeit einer Seite weltweit“, sagt Funck.
Neben dem Internetvertrieb in Deutschland hat die Eis.de GmbH auch Onlineshops für England und Österreich eingerichtet. Der Hauptumsatz wird allerdings im Kerngeschäft Deutschland erzielt. Im Geschäftsjahr 2008 wurde ein Umsatz von rund 24 Millionen Euro angepeilt. Das Umsatzwachstum beträgt seit 2006 nach Angaben des Unternehmens jährlich 100 Prozent. Eis.de registrierte allein seit 2007 gut 25 Millionen Besucher auf der Seite. Von Tag zu Tag wachsen die Zugriffe. Zwei Jahre nach der Onlineschaltung von Eis.de hat das Unternehmen schon mehr als 1 Millionen Kunden.